Dieter Stier will Gutes bewegen

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Der Weißenfelser Dieter Stier kandidiert bereits zum dritten Mal für den Bundestag. (Bild: Peter Lisker)

Von Petra Wozny
Dieter Stier tritt bei der Bundestagswahl zum dritten Mal für die CDU an und hofft auf die zweite Bundestagslegislatur. Seit 2009 sitzt er im Bundestag. Sein Herz schlägt für den Ausbau der Wirtschaft.
 Ist das nicht zu dick aufgetragen? Dieter Stier hatte anfangs Zweifel daran, dass der Spruch, der unter seinem Konterfei auf dem Wahlplakat steht, der richtige ist. Nach Tagen des Überdenkens ist er sicher: „Er bleibt, weil er mir aus der Seele spricht.“ Bessere Worte wollen dem CDU-Mitglied, das zum dritten Mal in eine Bundestagswahl geht und eine Legislatur bereits hinter sich hat, nicht einfallen. Wozu auch, der Satz sei seine Lebensmaxime in der Parteipolitik geworden: „Weil’s mir am Herzen liegt.“ Punkt.

Als Kind der DDR bezeichnet sich der Weißenfelser, der in Nessa bei der Tante groß geworden ist und dort seine große Liebe zum Pferdesport entdeckt hat. Später wollte er Veterinärmedizin studieren. Dies sei ihm damals verwehrt worden. So wird er Zootechniker und wird einer der ganz wenigen Pferdewirtschaftsmeister – ein wenig aus Protest, sagt er schmunzelnd. Aus Protest tritt er auch in die Bauernpartei ein: „Nee, SED ging mit mir gar nicht.“ Nach der Wende geht diese Partei jedoch in die CDU über.

Dieter Stiers politisches Engagement nimmt Formen an. Ein ehemaliger Landrat habe ihm gesagt: „Entscheide doch selbst mit. Du musst vorn dran sein. Nur schimpfen reicht nicht. Du musst bereit sein, die Bürde der Entscheidungen mitzutragen.“ Das hat sich Stier zu Herzen genommen. Parteilos, aber engagiert macht er das mehrere Jahre im Kreistag und im Weißenfelser Stadtrat. 1999 wird er schließlich CDU-Mitglied. Er könne sich auch mit liberalen Werten anfreunden, meint er. Überzeugter Christ sei er nicht unbedingt, aber die christlichen Werte empfinde er als sehr wichtig für die Gesellschaft. „Ich bin sicher, in dieser Partei etwas Gutes für die Region und die Menschen hier bewegen zu können “, sagt er sachlich. Arbeitsplätze schaffen hat er sich ganz oben auf die Fahnen geschrieben.

Dazu sei das Erstarken des Burgenlandkreises mit den Unternehmen vor allem der Lebensmittelindustrie als auch des Saalekreises mit seinen Chemieunternehmen wichtig. Etliche Beispiele weiß er bei den Unternehmen sofort zu nennen: der Fensterbauer Schüco, die Molkerei Frischli, die Sektkellerei Freyburg, der Landmaschinenbauer AGCO. Auch die Mibrag. Beim Energiethema hat er auch in Berlin schon Kante zeigen müssen: Er hat als einer von zehn aus seiner Fraktion dem Atomausstieg nicht zugestimmt. „Wir brauchen die Kohle und entsprechende Kraftwerke. Und wir brauchen eigentlich, so lange erneuerbare Energien nicht speicherbar sind, auch den sauberen Atomstrom. Da habe ich eben meine Meinung dazu.“

Im Bundestag sitzt Dieter Stier seit 2009 und ist begeistert, von „dort aus“ die Geschicke in seinem Wahlbezirk ein Stück mit verändern zu können. Bereits 2005 hatte der Weißenfelser Anlauf genommen auf die Hauptstadt. Damals hat es nicht gereicht. Stier heute zu seiner Niederlage: „Es hat gefressen. Naja, und etliches Geld hat es auch verbraucht. So ein Wahlkampf kostet auch aus dem privaten Portemonnaie.“ Bedrückt sei er gewesen. Erledigt nicht. Er sei wieder aufgebaut worden. Mit Erfolg. Jetzt tritt er wieder an. Denn Stier sagt: „Vier Jahre sind sehr kurz. Da gibt es nur Etappensiege.“ Weiter agieren wolle er unter anderem für die Ortsumfahrungen Bad Kösen und Theißen sowie die Westumfahrung Halle, aber auch für die Sanierung des Franziskanerklosters in Zeitz. Sein Hobby, die Pferde, stellt er hinten an. Dieter Stiers Leben indes gleicht einem Galopp.

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